Moyobamba und seine Umgebung entdecken
Wir können nicht über die Campoverde Agrolodge sprechen, ohne die Stadt und Region Moyobamba zu erwähnen.
Wir mögen Moyobamba sehr. Auf rund 800 Metern Höhe (im Vergleich zu 2.335 m in Chachapoyas) genießt Moyobamba ein warmes, aber angenehmeres Klima als Tarapoto, die größte Stadt in San Martín. Die Abende sind kühler – ein willkommener Vorteil.

Architektonisch fehlen die kolonialen Häuser von Chachapoyas. Doch die Stadt überzeugt mit ihrer ruhigen Atmosphäre trotz einer größeren Bevölkerung. Es gibt einen lebhaften Zentralmarkt, viele Geschäfte, gute Restaurants, Hotels und Cafés.
In diesem Umfeld entdeckten wir die Campoverde Agrolodge – eine echte Alternative zu klassischen Touristenrouten, ideal für Feinschmecker und Liebhaber gesunder Küche.
Campoverde Agrolodge – Ein herzlicher Empfang in Moyobamba
Die Campoverde Agrolodge befindet sich im unteren Teil von Moyobamba und ist über einen kleinen Pfad erreichbar. Dort begrüßen Eduar und Yeni Chuque, Bruder und Schwester, die Besucher. Ihre Leidenschaft, ihre Wärme und ihr Lächeln prägen sofort die Atmosphäre.

Eduar, studierter Pädagoge, unterrichtete fünf Jahre lang, bevor er in den Tourismus wechselte. Heute ist er lizenzierter Reiseleiter und spricht Spanisch, Englisch, Portugiesisch und sogar etwas Französisch.
Yeni, ehemals IT-Technikerin, besitzt ebenfalls eine offizielle Lizenz als Fremdenführerin.
Auf ihrem Gelände arbeiten sie mit einem Permakultur-Architekten, Imkereiexperten und Ausbildern zusammen. Aktuell bewirtschaften sie einen Hektar Obst und bereiten einen weiteren Hektar für Gemüseanbau vor.
Ein Agrartourismus-Projekt, das aus Bewusstsein geboren wurde
Wie in vielen Ländern führte die COVID-19-Pandemie zu einer neuen Auseinandersetzung mit Lebensstil und Natur. Während des Lockdowns blieben Eduar und Yeni auf dem Familienanwesen in Moyobamba.

Eduar hatte schon lange über Landwirtschaft nachgedacht, doch die Idee wurde nie ernst genommen. Mit wachsendem Interesse an Gastronomie und exotischen Produkten und Früchten, besonders in Lima, sah er die Chance, Landwirtschaft, Tourismus und Nachhaltigkeit zu verbinden.
Seine Mission: landwirtschaftlich geschädigte Flächen durch Bio-Landbau wieder fruchtbar zu machen. Eine Herausforderung, denn Bodenregeneration braucht Zeit, Fachwissen und harte Arbeit. Die ersten Jahre bringen kaum Gewinn, aber ihre Leidenschaft treibt Bruder und Schwester weiter an.
Pitahaya – Die Signaturfrucht der Campoverde Agrolodge
Heute wachsen auf dem Grundstück 400 Pitahaya-Pflanzen (Drachenfrucht), verteilt auf 150 Sorten, einige davon selbst entwickelt. Eduar und Yeni haben eine Samenbibliothek mit seltenen und einzigartigen exotischen Früchten aufgebaut.

Bio-Früchte erfordern mehr Arbeit, Zeit und Investition – was ihren höheren Preis erklärt. Doch ihr Geschmack, ihre Farben und Texturen machen sie außergewöhnlich.

Während geführter Touren erzählt Eduar die Geschichte des Projekts. Besucher entdecken Pitahaya in vielen Varianten: mit gelber Schale und grauem Fruchtfleisch, rot mit tiefviolettem Inneren, festere oder weichere Sorten. Manche schmecken sogar leicht nach Roter Bete – überraschend und köstlich.
Touristische Erlebnisse im Herzen der Natur
Die Campoverde Agrolodge bietet Führungen auf Spanisch und Englisch an, darunter Nachtwanderungen, um die spektakuläre Blüte der Pitahaya zu bewundern, die sich nur nachts öffnet.

Diese Besuche verbinden Entdeckung, Verkostung und Eintauchen in eine friedliche Naturkulisse. Je nach Saison werden Früchte direkt vom Baum geerntet und probiert – ein echtes Farm-to-Table-Erlebnis.

Neben Pitahaya werden weitere seltene exotische Früchte vorgestellt, die besonders für westliche Besucher eine einzigartige Verkostungsreise bieten.
Zukünftige Entwicklungen und nachhaltige Projekte
Seit unserem Besuch expandieren Eduar und Yeni weiter. Bis Ende 2025 sollen zwei Gästeunterkünfte und eine Verkostungsküche fertiggestellt werden. Ziel: Einnahmen aus Übernachtungen und Touren zu nutzen, um neue Aktivitäten zu finanzieren, insbesondere Honig und Bienen.
Zwei einheimische Bienenarten werden bereits vor Ort gezüchtet. Gemeinsam mit Imkern und einem Architekten entwickeln sie dafür angepasste Bienenstöcke.

Die Renaturierung von Land nach 30 Jahren intensiver Weidewirtschaft ist kostspielig. Während in Lima Nachfrage besteht, bieten kleinere Städte nur begrenzte Märkte. Dennoch glauben Eduar und Yeni an ihre Mission: gesunde Lebensmittel zu erzeugen, die Biodiversität zu schützen und ein Leben näher an der Natur zu fördern.
Wie gelangt man zur Campoverde Agrolodge Moyobamba?
Wir hatten schon immer eine Vorliebe für die Region Moyobamba, gelegen in San Martín, Nordperu. Ihr angenehmes Klima und die Energie ihrer Bewohner machen sie zu einem besonderen Reiseziel.
Moyobamba, Hauptstadt der Region San Martín, liegt nur 1h30 von Tarapoto entfernt – einer größeren Stadt mit Flughafen und mehreren täglichen Flügen aus Lima.
Von dort aus geht es westlich weiter nach Chachapoyas, Hauptstadt der Nachbarregion Amazonas. Mit dem Auto dauert die Fahrt ca. 4h30, ohne Zwischenstopps – doch die atemberaubenden Landschaften entlang der Strecke laden unbedingt zum Anhalten ein.